Wendelsteinbild des Tages

Der Talbahnhof der Zahnradbahn vor 100 Jahren. Bis 1961 befand sich der Talbahnhof der Wendelstein-Zahnradbahn am Staatsbahnhof Brannenburg.

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Der 1838m hohe Wendelstein ist einer der schönsten Aussichtsberge der bayrischen Alpen. Mit täglich neuen Bildern möchten wir die Schönheit des Berges, des Bergwetters sowie der Flora und Fauna des Wendelsteins vermitteln.

Der Wendelstein ist ein 1838 Meter hoher Berg in den Bayerischen Alpen. Er gehört zum so genannten Mangfallgebirge, dem östlichen Teil der Bayerischen Voralpen. Er ist höchster Gipfel des Wendelsteinmassivs. Wegen seiner exponierten Lage bietet er eine sehr gute Aussicht ins Bayerische Alpenvorland und ist umgekehrt im weiten Umkreis zu erkennen. Er liegt zwischen den Tälern von Leitzach und Inn und ist mit der Wendelstein-Seilbahn und der Wendelstein-Zahnradbahn erschlossen. An seinen nördlichen Ausläufern entspringt der Jenbach, der auf seinem Weg zur Mangfall zur Kalten wird.Talorte sind unter anderem Bayrischzell, Brannenburg (Zahnradbahn) und Osterhofen (Seilbahn).

 

 

Auf dem Gipfel des Berges befindet sich mit der Wendelstein-Kapelle, einem astronomischen Observatorium, einer Wetterwarte, einem Geopark und einer weithin sichtbaren Sendeanlage des Bayerischen Rundfunks eine reichhaltige Infrastruktur. Etwa hundert Meter unterhalb des Gipfels, auf dem Grat zwischen Wendelstein und Schwaigerwand, liegen der Berggasthof, die Endstationen von Zahnradbahn und Seilbahn, die Betriebsgebäude des Senders, das ehemalige Berghotel (über dem Bahnhof), eine Diensthütte der Bergwacht sowie das bekannte Wendelstein-Kircherl.

Die Gebäude rund um die Bergstationen sind mit dem 100m höher gelegenem Gipfel über einen befestigten Weg verbunden, der durch zahlreiche Treppen und Serpentinen den Gipfel auch für ungeübte Wanderer ersteigbar macht. Da der Weg im Winter nicht benützt werden kann, existiert für die Mitarbeiter von Sternwarte, Wetterdienst und Sender in der Mitte des Berges ein Aufzug, der über einen Stollen vom Bahnhof der Zahnradbahn aus erreicht werden kann.

Die 1912 erbaute Zahnradbahn ist sie die älteste noch im Betrieb befindliche Zahnradbahn Bayerns. Seit ihrer Sanierung Anfang der 1990er Jahre verkehren auf ihr moderne Zahnradtriebwagen, durch die sich die Fahrzeit von mehr als 50 Minuten auf etwa eine halbe Stunde verkürzte.

In der Nähe der Zahnradbahn-Bergstation liegt die gut erschlossene Wendelsteinhöhle mit einigen Tropfsteinen, in der sich bis weit in den Sommer hinein Eis hält.

Die zahlreichen Bauwerke und die leichte Erreichbarkeit mit den beiden Bergbahnen haben den Wendelstein trotz seiner Bebauung zu einem der bekanntesten Gipfel der Bayerischen Alpen gemacht.

 

 

Wendelsteinkircherl

Am 1. Juli 1889 wurde auf einem Felsrücken hundert Meter unterhalb des Gipfels der Grundstein für das Wendelsteinkircherl gelegt. Am 20. August 1890 wurde die bis heute höchstgelegene Kirche Deutschlands geweiht. Sie ist der Patrona Bavariae gewidmet und wird vom Erzbistum München und Freising als Nebenkirche der Pfarrei Maria Himmelfahrt in Brannenburg geführt. Die Bezeichnung höchstgelegene Kirche Deutschlands trägt das Wendelstein-Kircherl unangefochten – alle höhergelegenen Gotteshäuser (wie beispielsweise die 1981 geweihte Zugspitz-Kapelle) sind im kirchenrechtlichen Sinne keine Kirchen, sondern nur Kapellen. In der Bergkirche finden im Sommer regelmäßig Messen und Trauungen statt.

Häufig wird das Wendelsteinkircherl auch als Kapelle oder Wendelstein-Kapelle bezeichnet – das ist nicht nur im kirchenrechtlichen Sinne falsch, sondern auch irreführend, denn es gibt neben dem Wendelstein-Kircherl tatsächlich auch noch eine Wendelstein-Kapelle. Sie ist dem heiligen Wendelin geweiht ist und steht direkt auf dem Gipfel. Diese Gipfelkapelle, ein kleiner Holzbau, ist erheblich älter als das Kircherl; von ihr wird bereits Anfang des 19. Jahrhunderts berichtet

 

 

Skigebiet

Die beiden Bergbahnen und zwei Schlepplifte erschließen ein kleines, aber anspruchsvolles Skigebiet am Wendelstein. Pläne, eine Verbindung zum Skigebiet Sudelfeld herzustellen, wurden verworfen. Wegen eines Rechtsstreits mit einem Almbauern ruhte der Skibetrieb am Wendelstein von 1995 bis 1997.

Trotz zahlreicher Sprengungen und anderer Baumaßnahmen in den vergangenen 40 Jahren sind die meisten Pisten am Wendelstein schroffe Steilhänge, die nur für geübte Skifahrer geeignet sind. Die wichtigste und gefürchtetste Abfahrt ist die Ostabfahrt, die von der Endstation des Lacherliftes zur Mitteralm führt. Auf 3,8 km Länge überwindet diese Abfahrt 500 m Höhenunterschied. Ähnlich schwierig, wenn auch nur wenige hundert Meter lang, ist die Abfahrt über den so genannten Hotelhang, die das eigentliche Skigebiet von den Endstationen der beiden Bergbahnen aus erschließt - hier muss jeder Skifahrer durch, auch wenn sein Ziel die etwas leichteren Abfahrten rund um die Wendelstein-Almen sind. An den Wendelsteinalmen beginnt auch der Lacherlift, der die Ostabfahrt erschließt. Die Abfahrt vom Hotelhang zu den Wendelsteinalmen führt am so genannten Krematorium vorbei, einer Felswand, die bei schönem Wetter der prallen Sonne ausgesetzt ist. Der Platz wurde deshalb früher von Skifahrern zum Sonnenbaden und Bräunen genutzt – eben um "Leichen zu verbrennen", daher der makabre Name. Im weiteren Verlauf gibt es zwei Möglichkeiten: einen Steilhang und die etwas leichtere Variante über "Davos" – "da wo's" leichter geht, so der Volksmund.

 

 

 

Bergwetterwarte und Observatorium


Am Gipfel des Wendelsteins gibt es eine rund um die Uhr besetzte Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes und ein Observatorium des Instituts für Astronomie und Astrophysik der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Die Sternwarte wurde im Dezember 1939 von Karl-Otto Kiepenheuer als Sonnenobservatorium der Luftwaffe der Wehrmacht gegründet. Durch Beobachtung der Sonnenaktivität sollte eine möglichst genaue Vorhersage der optimalen Frequenzen für den militärischen Funkverkehr ermöglicht werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Observatorium für den gleichen Zweck von den US-Streitkräften finanziert. Seit 1949 gehört das Observatorium zur Universität München. Neben der Kuppel des Koronografen (dient heute nur noch zu Anschauungszwecken) existierte von 1950 bis 1960 Jahre eine Sternwarte auf dem Ostgipfel des Wendelsteins, bestehend aus einer Beobachtungskuppel und einem Wohnhaus. Dort forschte der Astronom Rudolf Kühn. Die Anlage wurde um 1965 komplett abgerissen, lediglich Überreste der Fundamente sind bis heute sichtbar. Dort, wo früher die Beobachtungskuppel stand, wurde später eine Windkraftanlage errichtet, die jedoch 2007 wieder abgebaut wurde. Heute werden mit Hilfe eines 80cm - Spiegelteleskops und CCD-Kameras u.a. nach extrasolaren Planeten mittels Sternbedeckungen und Variablen Sternen in Zwerggalaxien gesucht. In den kommenden Jahren wird das 80cm - Spiegelteleskops von einem Instrument mit 2m Öffnung abgelöst. Für den Standort spricht, dass es hier jährlich mehr als 120 klare Nächte gibt.

Erste Wetterbeobachtungen wurden auf dem Wendelstein in einem an der Gipfelkapelle provisorisch errichteten Observatorium von P. Schiegg ab Juli 1804 vorgenommen, welche jedoch oft durch Gewitter, Sturm, Schnee und Regen vereitelt wurden. 1883 wurde die "meteorologische Station Wendelsteinhaus" auf 1700m Höhe durch Dr. Erk von der königlich bayrischen meteorologischen Zentralstation München errichtet. Dies war damit die erste Alpenstation im königlich bayrischen meteorologischen Stationsnetz. Die Postbeförderung dieser Station wurde im Winter durch die Mitglieder des Alpenvereins Wendelstein- haus und im Sommer durch die Touristen allgemein durchgeführt. 1962 wurde die heutige Wetterwarte auf dem Gipfel erbaut, welche mit hauptamtlichem Personal heute rund um die Uhr besetzt ist.


WENDELSTEINBILD DES JAHRES 2011

Regenbogen

Fotografiert von: Stefan Rubach